Von Rechtsanwalt Dipl.-Inform. Dr. jur. Marcus Werner, Fachanwalt für IT-Recht und Rechtsanwalt Julius Oberste-Dommes.

Identity- und Access Management (IAM) kann geboten oder sogar erforderlich sein, wenn Kinder oder Jugendliche zum Kreis der Anwender gehören – etwa auf Grund eines Ausbildungs- oder Arbeitsvertrages. In diesem Fall ist das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) einschlägig.

Jugendliche als Arbeitnehmer
Beschäftigt der Unternehmer Jugendliche, hat er zwingend das JArbSchG zu beachten. Die wichtigsten Vorschriften lauten auszugsweise:
– § 8 Abs. 1: Maximale Arbeitszeit 8 Stunden/Tag oder 40 Stunden/Woche
– § 11 S. 2: Pause spätestens nach 4,5 Stunden Arbeitszeit
– § 14 Abs. 1: Beschäftigungszeitraum am Tag zwischen 6 Uhr und 20 Uhr
– § 16 Abs. 1: Beschäftigungsverbot am Samstag
– § 17 Abs. 1: Beschäftigungsverbot am Sonntag
Die Einrichtung eines IAM kann dazu dienen, die Einhaltung der Vorschriften zu unterstützen und sicherzustellen. Sofern der Jugendliche seine Tätigkeit an einem Bildschirmarbeitsplatz verrichtet, muss ein IAM z.B. dafür sorgen, dass er nach 8 Stunden Nutzungsdauer automatisch vom System abgemeldet wird und eine erneute Anmeldung erst am nächsten Tag möglich ist. Auf ähnliche Weise muss auch der tägliche Beschäftigungszeitraum oder das Arbeitsverbot am Wochenende überwacht werden.

Verstößt der Unternehmer gegen die Vorschriften des JArbSchG, drohen Bußgelder bis zu 15.000, €, sowie Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder Geldstrafe. Auch diese Gefahr kann durch ein IAM verringert werden.

Rechtsanwalt Dipl.-Inform. Dr. jur. Marcus Werner ist Fachanwalt für IT-Recht und Inhaber der Kölner Kanzlei AHW Rechtsanwälte. Julius Oberste-Dommes, LL.M. ist Rechtsanwalt.